Arztpraxen

KommunikationService

Wie Arztpraxen KI einsetzen: vom Telefon über Rezept- und Überweisungsanfragen bis zu Dokumentation und Arztbrief.

Funktionen

  • Mail Posteingang

    Praxispostfach, Kontaktformular und eingehende Befunde oder Arztbriefe werden der richtigen Person zugeordnet und zur Sichtung vorgelegt.

  • Intelligente Workflows

    Rezept-, Überweisungs- und Terminanfragen werden mit Angaben aus dem PVS vorbereitet und erst nach ärztlicher Freigabe abgeschlossen.

  • Unternehmens Wiki/RAG

    QM-Handbuch, Hygieneplan, Arbeitsanweisungen und Abrechnungshinweise durchsuchbar – mit Verweis auf das Ausgangsdokument.

Ausgangslage

In einer Haus- oder Facharztpraxis entscheidet sich die Arbeitslast am Empfang. Das Telefon klingelt durchgehend, dazu kommen E-Mails, Nachrichten über das Kontaktformular, Befunde und Arztbriefe über KIM sowie Faxe von Kliniken und Pflegediensten. Ein großer Teil davon sind wiederkehrende Anliegen: Termin vereinbaren oder verschieben, Folgerezept, Überweisung, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Frage nach einem Befund. Jede Anfrage muss einer Patientin oder einem Patienten zugeordnet, im Praxisverwaltungssystem (PVS) nachgeschlagen und an die richtige Stelle weitergegeben werden.

Parallel wächst der Dokumentationsaufwand. Anamnese und Befund wollen erfasst, Arztbriefe geschrieben und Unterlagen für die elektronische Patientenakte (ePA) bereitgestellt werden. Diese Zeit fehlt im Gespräch mit den Patienten — und das Praxisteam ist ohnehin knapp besetzt.

Wo KI in der Praxis ansetzt

  • Am Telefon. Ein Sprachassistent nimmt Anrufe an, wenn die Leitung belegt oder die Praxis geschlossen ist, erkennt das Anliegen und erfasst es strukturiert: Wer ruft an, worum geht es, wie dringend ist es? Terminwünsche und Rezeptbestellungen landen als Vorgang beim Team statt als Rückrufzettel. Bei Hinweisen auf einen Notfall verweist der Assistent auf den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117.
  • Im Posteingang. E-Mails, Formularnachrichten und eingehende Dokumente werden gelesen, der richtigen Person zugeordnet und nach Anliegen sortiert. Externe Befunde und Arztbriefe werden erkannt und zur Sichtung vorgelegt. Standardauskünfte — Sprechzeiten, mitzubringende Unterlagen, Stand einer Anfrage — lassen sich direkt beantworten.
  • Bei Rezept- und Überweisungsanfragen. Aus der Anfrage entsteht ein vorbereiteter Vorgang mit den relevanten Angaben aus dem PVS: letzte Verordnung, Dauermedikation, letzter Arztkontakt. Die Ärztin oder der Arzt prüft und zeichnet ab; E-Rezept oder Überweisung werden erst danach ausgestellt.
  • In der Dokumentation. Aus dem Gespräch — diktiert oder nach Einwilligung aufgezeichnet — entsteht ein Dokumentationsentwurf in der Struktur der Praxis. Daraus lassen sich Arztbrief, Befundbericht oder eine Patienteninformation in verständlicher Sprache ableiten. Ins PVS übernommen wird nur, was geprüft und freigegeben ist.
  • Im Praxiswissen. QM-Handbuch, Hygieneplan, Arbeitsanweisungen, Abrechnungshinweise und interne Checklisten werden durchsuchbar. Neue Kolleginnen und Kollegen erhalten Antworten mit Verweis auf das Ausgangsdokument, statt die erfahrenste Kollegin am Empfang zu unterbrechen.

Der Zuschnitt entscheidet: Automatisiert werden klar abgegrenzte Verwaltungs- und Schreibschritte, angebunden an PVS, Telefonanlage, Praxispostfach und Dokumentenablage.

Hinweis: Diagnose, Therapieentscheidung und Verordnung bleiben ärztliche Aufgabe. Die KI sortiert, bereitet vor und formuliert Entwürfe — sie gibt keine medizinischen Empfehlungen. Diese Grenze ist auch regulatorisch relevant: Software, die Diagnose oder Therapie unterstützt, kann als Medizinprodukt gelten. Organisatorische und dokumentierende Assistenz fällt in der Regel nicht darunter.

Nutzen

  • Bessere Erreichbarkeit: Anrufe gehen nicht verloren, auch zu Stoßzeiten und außerhalb der Sprechzeiten.
  • Entlastung am Empfang: Wiederkehrende Anliegen kommen vorsortiert und vollständig beim Team an; Rückfragen werden seltener.
  • Mehr Zeit für das Gespräch: Dokumentation und Arztbrief starten mit einem Entwurf statt mit einem leeren Feld.
  • Einheitliche Abläufe: Rezept-, Überweisungs- und Terminanfragen laufen nach demselben Muster, unabhängig davon, wer gerade Dienst hat.
  • Wissen bleibt in der Praxis: Arbeitsanweisungen und QM-Vorgaben sind auffindbar, auch in Urlaubs- und Krankheitszeiten.

Voraussetzungen

Gesundheitsdaten sind nach Art. 9 DSGVO besonders geschützt, dazu kommt die ärztliche Schweigepflicht. Auftragsverarbeitung, Speicherort, Zugriffsrechte und Löschfristen gehören deshalb von Beginn an in die Lösung; externe Dienstleister werden zur Verschwiegenheit verpflichtet. Wo sensible Daten die Praxis nicht verlassen sollen, ist der Betrieb in einer eigenen Umgebung möglich. Werden Gespräche aufgezeichnet, braucht es eine klare Information und Einwilligung der Patienten.

Technisch sind ein PVS mit Schnittstelle oder Exportmöglichkeit und eine anbindbare Telefonanlage nötig — dazu die Festlegung, welche Auskünfte automatisiert erteilt und welche Schritte nur nach Freigabe ausgeführt werden. Der Einstieg gelingt meist über Telefon oder Posteingang; Dokumentation und Praxiswissen folgen darauf.