MiniMax M3.1 Flash

MiniMax

Agentisches MoE-Modell von MiniMax (428B / ~23B aktiv, 1M Kontext) für Coding und Automatisierung – AA-Index 42 zu 0,15 $ / 0,60 $ je 1 Mio. Token.

In: TextIn: BildIn: Video Out: Text ReasoningToolsVisionFunction Calls
Hersteller
MiniMax
Lizenz
proprietär (Gewichte angekündigt)
Betrieb
  • US-Hosting
Herkunft
China
Architektur
Mixture-of-Experts (MoE) mit Sparse Attention und nativem Vision-Encoder
Veröffentlichung
01.10.2026
Parameter gesamt
428 Mrd.
Aktive Parameter
23 Mrd.
Kontextfenster
1M Tokens

Überblick

MiniMax M3.1 Flash ist das Nachfolgemodell von MiniMax M3 und seit dem 19. Oktober 2026 über die MiniMax-API, das Abo „M Plan" und die Desktop-App MiniMax Code verfügbar. Vor dem offiziellen Start lief das Modell anonym als Stealth-Modell „Space Bunny" auf OpenRouter. MiniMax positioniert es ausdrücklich als günstiges Arbeitstier für Agenten: Computerbedienung, Coding, mehrstufige Werkzeugketten und Sicherheitsanalysen.

Technisch ist es ein Mixture-of-Experts-Modell mit 428 Milliarden Gesamt- und rund 23 Milliarden aktiven Parametern, Sparse Attention und nativem Vision-Encoder. Es nimmt Text, Bilder und Video entgegen und antwortet in Text. Das Kontextfenster umfasst 1 Million Token.

Hinweis: Zum Start sind die Gewichte noch nicht veröffentlicht. MiniMax schreibt im Launch-Blog „Model weights will be released later"; Fachmedien nennen unter Berufung auf MiniMax den 23. Oktober 2026. Bis dahin ist das Modell nur per API nutzbar, eine Lizenz ist nicht benannt.

Use Cases

  • Coding-Agenten über lange Sitzungen, etwa Features umsetzen und mit Tests absichern (DeepSWE v1.1: 73,7 % laut Hersteller)
  • Computer- und Browser-Automatisierung über mehrere Anwendungen hinweg (OSWorld V2: 61,7 laut Hersteller)
  • Fachprozesse mit verketteten Werkzeugaufrufen, z. B. Dokumentenarbeit im Finanzumfeld (BankerToolBench: 76,2 laut Hersteller)
  • Auswertung langer Dokumente – Artificial Analysis misst 80 % im Long-Context-Test AA-LCR v1.1
  • Sicherheitsanalysen im Rahmen autorisierter Tests (CyberGym: 82 % laut Hersteller)

Stärken & Grenzen

Stärken

  • Preis: 0,15 $ je 1 Mio. Eingabe-, 0,60 $ je 1 Mio. Ausgabe-Token, Cache-Lesezugriffe 0,015 $ – pauschal, ohne Aufschlag für lange Kontexte. Das ist die Hälfte des Listenpreises von MiniMax M3, der oberhalb von 512K Kontext zusätzlich verdoppelt wird.
  • Unabhängig gemessen: Artificial Analysis führt das Modell mit einem Intelligence Index von 42 (v4.3.2, Reasoning-Variante, nicht als geschätzt markiert) bei rund 0,22 $ Kosten je Index-Aufgabe.
  • Tempo: MiniMax nennt über 200 Token/s im Alltag und einen Median über 170 Token/s; Artificial Analysis misst je nach Seite 93 bis 120 Token/s.
  • Fünf Effort-Stufen (Low, Medium, High, Xhigh, Max) erlauben es, Kosten gegen Sorgfalt zu tauschen.

Grenzen

  • Reasoning lässt sich nicht abschalten. Auch die niedrigste Stufe denkt; Artificial Analysis misst rund 23 Sekunden bis zum ersten Antwort-Token. Für interaktive Chats mit kurzer Latenz ist das spürbar.
  • Terminal-Arbeit: Bei Terminal-Bench 4.0 meldet MiniMax 38,1 %, Artificial Analysis misst nur 26 %. Beides liegt deutlich hinter Frontier-Modellen.
  • Herstellerangaben uneinheitlich: Für Automation-Bench nennt MiniMax 62,2 in der Tabelle und 62,8 im Kostendiagramm; Artificial Analysis misst in der eigenen Variante AutomationBench-AA 73 %. Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar.
  • Effort-Stufe der Herstellerwerte: MiniMax gibt nicht an, mit welcher Effort-Stufe die veröffentlichten Benchmarks gemessen wurden.
  • Parameterzahl: 428B/23B stammen von einer MiniMax-eigenen Produktseite zur Vorschauversion (M3.1-Flash-Preview). Artificial Analysis und BenchLM führen die Größe als nicht offengelegt.
  • Datenschutz: Chinesischer Anbieter. Solange keine Gewichte vorliegen, läuft jede Anfrage über MiniMax oder Drittanbieter wie OpenRouter und Ollama Cloud. Für personenbezogene Daten ist das eine eigene Prüfung im Rahmen der DSGVO.

Weitere Benchmarks

Herstellerangaben aus dem Launch-Blog und der Benchmark-Tabelle von MiniMax (19.10.2026), ohne Angabe der Effort-Stufe: HLE ohne Tools 43,4 % · DeepSWE v1.1 73,7 % · Automation-Bench v1.0.6 62,2 · Terminal-Bench 4.0 38,1 % · OSWorld V2 61,7 · Agents' Last Exam 29,6 · BankerToolBench 76,2 · CyberGym 82 % · BabyVision mit Tools 91,0 · CharXiv Reasoning 82,5 · LOCA-Bench 256K 60,3 · SWE Refactor Bench 23,0 · NL2Repo 61,2 · PostTrainBench v1.1 39,3.

Artificial Analysis (v4.3.2, Stand 20.10.2026): Intelligence Index 42 · Humanity's Last Exam 48 % · AA-LCR v1.1 80 % · AutomationBench-AA 73 % · Terminal-Bench 4.0 26 % · GDPval-AA v2.1 1.458 · AA-Briefcase v1.1 1.474 · GDP.pdf 21 % · AA-Omniscience 16. SciCode (53 %) und CritPt (22 %) sind dort als „Under review" markiert. Eine Vergleichsseite zeigte den Index mit 43; Modellseite und eine zweite Vergleichsseite nennen 42.

LMArena führt MiniMax M3.1 Flash zum 20.10.2026 noch nicht. BenchLM ordnet das Modell mit einem geschätzten Gesamtwert von 67,1 auf Rang 27 von 226 ein, ausschließlich auf Basis der Herstellerzahlen.

Gut zu wissen

  • Bezug: MiniMax-API (OpenAI- und Anthropic-kompatibel, Modell-ID MiniMax-M3.1-Flash), OpenRouter, Ollama (nur als Cloud-Modell minimax-m3.1-flash:cloud).
  • Effort-Steuerung: reasoning_effort mit low, medium, high, xhigh, max; MiniMax empfiehlt max als Voreinstellung.
  • Lokaler Betrieb: Erst nach Freigabe der Gewichte möglich. Bei 428B Gesamtparametern ist auch dann ein Server mit mehreren großen GPUs nötig; für Arbeitsplatzrechner ist das Modell zu groß.
  • Lizenz des Vorgängers: MiniMax M3 steht unter der MiniMax Community License mit Pflicht zur Namensnennung und Meldepflicht ab einer Umsatzschwelle. Ob M3.1 Flash dieselben Bedingungen erhält, ist noch nicht bekannt.
  • Einordnung: Als günstiges Zweitmodell für Agenten- und Automatisierungsaufgaben interessant, die viele Token verbrauchen. Für Aufgaben mit besonders sensiblen Daten bleibt bis zur Gewichtsfreigabe ein europäisch gehostetes oder lokales Modell die bessere Wahl.
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